„Da übergab Pilatus Jesus, damit er gekreuzigt würde.“
Johannes 19,16
Jesus steht vor dem römischen Statthalter Pontius Pilatus. Vor ihm steht ein Mensch, der nichts Böses getan hat, ein Mensch, der geheilt, getröstet, geliebt und Gottes Nähe verkündet hat. Und doch steht er nun angeklagt, verspottet, geschlagen und erniedrigt vor dem Gericht der Menschen.
Pilatus selbst erkennt die Unschuld Jesu. Mehrmals sagt er:
„Ich finde keine Schuld an ihm.“ (Johannes 18,38)
Und dennoch fehlt ihm der Mut, für die Wahrheit einzustehen. Aus Angst vor dem Druck der Menge, aus Sorge um seine eigene Macht und Position wäscht er symbolisch seine Hände in Unschuld:
„Ich bin unschuldig am Blut dieses Gerechten.“ (Matthäus 27,24)
Doch seine Worte ändern nichts. Die Verantwortung wird nicht übernommen. Das Unrecht geschieht trotzdem. Jesus wird verurteilt.
Die Menge schreit:
„Kreuzige ihn!“ (Lukas 23,21)
Jesus schweigt. Er verteidigt sich nicht. Er schreit nicht zurück. Er flieht nicht. In dieser Stille liegt eine tiefe Würde. Jesus nimmt das Urteil an – nicht, weil es gerecht wäre, sondern aus Liebe zu den Menschen.
